Weltladen-Treffen auf dem Bodanrück

Seit dem Jahr 2012 treffen sich die Weltläden am Bodensee im zweijährlichen Rhythmus zu einer Konferenz; nach Friedrichshafen, Bregenz und Romanshorn wurde das Treffen in diesem Jahr vom Team des Weltladen Dettingen organisiert. Im Juni 2018 waren 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Weltläden und schweizerischen claro-Läden aus Arbon, Dettingen, Friedrichshafen, Konstanz, Kressbronn, Ravensburg, Romanshorn und Singen zur 4. Internationalen Bodensee-Weltladen-Konferenz in Dettingen zusammengekommen, um sich besser kennenzulernen und sich über aktuellen Themen auszutauschen. Diskutiert wurden die Nachwuchsgewinnung in den Weltläden, die Auswirkungen des Einkaufstourismus auf die Weltläden beiderseits der deutsch-schweizerischen Grenze, der Einsatz von Palmöl in Weltladen-Produkten sowie die Auswirkungen der Datenschutzgrundverordnung auf die Vereinsarbeit. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Weltläden informierten sich ferner über den Streuobstanbau in der Bodenseeregion und den Apfel-Mango-Birnen-Saft der Stahringer Streuobstmosterei, der als globale Saftmischung fair gehandeltes Mangopüree von den Philippinen und Streuobst aus der Region Hegau-Bodensee vereint. Die Weltläden haben zudem beschlossen, die Vernetzung und Zusammenarbeit im Dreiländereck auszubauen und streben an, als See- und Ländergrenzen überschreitendes Projekt gemeinsam eine Gutscheinkarte herausgeben. Die Weltläden aus Deutschland und Österreich sowie die claro-Läden aus der Schweiz haben als gemeinsames Projekt bereits eine Bodensee-Schokolade mit Wildkakao aus dem Amazonas-Regenwald ins Leben gerufen, die auch in unserem Weltladen erhältlich ist. Die nächste Bodensee-Weltladen-Konferenz wird im Jahr 2020 vom Weltladen Ravensburg ausgerichtet. Begrüßungskaffee vor dem Weltladen Dettingen Vortrag von Dr. Günther Schäfer zum Streuobstanbau Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bodensee-Weltladen-Konferenz 2018

Auf den Keks

Es freut uns, wenn sich unsere Kundinnen und Kunden kritisch mit unseren Produkten auseinandersetzen. So geht es uns keinesfalls auf den Keks, wenn wir gefragt werden, warum denn viele Produkte Palmöl enthalten, für dessen Anbau häufig Regenwald zerstört wird. Bei manchen Rezepturen ist Palmöl nicht so einfach verzichtbar – aber es gibt auch „gutes“ Palmöl. So wird unser neues Dinkelgebäck mit Kokos und Sauerkirschen beispielsweise mit fair+bio Palmöl aus Ghana hergestellt. Für den Anbau wird kein Wald gerodet und keine Monokultur angelegt, stattdessen bewirtschaften rund 600 Kleinbauernfamilien Felder von 2 bis 3 Hektar auf traditionelle und arbeitsintensive Weise, so dass die lokale Bevölkerung von gut bezahlter Arbeit und der Verbesserung der Böden durch Bio-Anbau profitiert. Gebacken wird in Deutschland von einem Familienunternehmen mit über 150jähriger Backtradition, das auch den Biofachhandel beliefert. Das Dinkelgebäck ist vegan und Naturland fair zertifiziert. Auch einige unserer Schokoprodukte enthalten dieses Palmöl - aber bei den sommerlichen Temperaturen verlaufen die Kekse nicht so schnell und sind besser geeignet als Ausflugsproviant oder fürs Strandbad.

wild + fair

Im Jahr 2014 hatten die Weltläden rund um den See als grenzüberschreitendes Projekt die Bodensee-Schokolade ins Leben gerufen. Die Schokolade ist nun mit neuer Rezeptur wieder erhältlich, Hauptbestandteil ist weiterhin wild gewachsener Kakao aus dem Regenwald am Amazonas. Wilder Kakao ist ein einzigartiges, unverfälschtes Naturprodukt mit einer großen Aromenvielfalt. Die Kakaobäume wachsen in Überschwemmungswäldern, wo dank großer, schattenspendender Regenwaldbäume ein ideales Mikroklima herrscht. Die Suche der wilden Kakaobäume im dichten Regenwald ist aufwendig, die Ernte von den bis zehn Meter hohen Bäumen anstrengend und gefährlich. Das Sammeln sowie die Fermentation und Trocknung der Bohnen sichern den traditionellen Bevölkerungsgruppen ein faires und verlässliches Einkommen, dies ist auch ein wichtiger Beitrag zum Regenwaldschutz. Die feinherbe Bitterschokolade passt übrigens hervorragend zu Rotwein. Die neue Ausgabe des Eine Welt Journals „Südzeit“ liegt gratis für Sie bereit, das Schwerpunktthema lautet diesmal Ozean und Meeresschutz.

Stammbaum

So, da sind wir wieder, ab Montag 4. Juni melden wir uns aus den Pfingstferien zurück. Waren Sie in den Pfingstferien in Afrika? Wir leider auch nicht, aber wir haben Ihnen trotzdem etwas aus dem Senegal mitgebracht, nämlich Affenbrotbaum-Setzlinge. Im afrikanischen Leben hat der Baobab eine wichtige soziale Bedeutung, in seinem Schatten treffen sich die Menschen zum Gespräch. Gut, bis aus dem Setzling ein Schattenbaum geworden ist, brauchen Sie etwas Geduld – aber dafür haben Sie dann auch für die nächsten 2000 Jahre ausgesorgt, denn so alt werden die Bäume zumindest in der afrikanischen Baumsavanne. Die Setzlinge kommen aus Fairtrade-Baumschulen, sie eigenen sich als Zimmerpflanze und können im Sommer auch im Freien stehen, Sie müssen nur aufpassen, denn Elefanten lieben die jungen Pflanzen und deren Früchte als Nahrung. Die Kundinnen und Kunden, die gemeinsam mit uns vergeblich auf die angekündigten Mangos gewartet haben, bitten wir um Entschuldigung. Die Lieferverspätung war so groß, dass wir die Früchte aufgrund der Ferien nicht mehr anbieten konnten.

Für Balkonien

Wir verabschieden uns ab Samstag in die Ferien, der Weltladen ist ab Pfingsten für zwei Wochen geschlossen. Waren Sie eigentlich auch beim Bergfest des Musikvereins und haben Sie dort eine Tasse Kaffee genossen? Dann haben Sie die Konstanzer Mischung getrunken. War der Kaffee gut? Nachschub erhalten Sie bei uns im Weltladen und (nicht nur als Urlaubsvertretung) auch im Dorfladen Wallhausen und beim Fuchshof. Gerne vermieten wir unsere Gastro-Kaffeemaschine auch für Ihre Vereinsfeste, Familienfeiern und Veranstaltungen. Sie fahren in den Pfingstferien nicht weg, sondern nutzen die Zeit zum Ausmisten und Entrümpeln? Neben alten Handys können Sie bei uns nun auch alte funktionsfähige Laptops abgeben (bitte mit Ladekabel). Die Geräte erhalten ein neues Betriebssystem und werden dann an Bedürftige ausgegeben. Mehr zu der Aktion unter www.laptop-remake.de. Ab 4. Juni ist der Weltladen wieder geöffnet – und nicht nur zum Altgeräteabgeben, sondern natürlich auch zum Einkaufen. Das Weltladen-Team wünscht schöne Pfingstferien. Aktualisierung vom Januar 2020: die Aktion Laptop-Remake ist vorerst eingestellt, wir nehmen keine Laptops mehr an. Die Handy-Sammlung wurde im Mai 2023 eingestellt.

Wichtige Tage

Vom Tag des Deutschen Butterbrotes bis zum internationalen Tag der Jogginghose gibt es viele Gedenktage, die man ernst nehmen kann – aber nicht muss. Der Weltladentag am Samstag 12. Mai ist uns aber ein wichtiges Anliegen. In diesem Jahr fordern Weltläden in ganz Deutschland die Bundestagsabgeordneten mit einer Unterschriftenaktion dazu auf, sich für eine gesetzliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen einzusetzen. Denn bei der Herstellung unserer Alltagsprodukte werden häufig Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört, auch deutsche Unternehmen sind daran beteiligt oder profitieren davon. Unternehmen sollen deshalb verpflichtet werden, Menschenrechte und Umwelt entlang ihrer gesamten Lieferkette zu achten. Machen Sie mit und unterschreiben Sie im Weltladen. Nein, das ist keine Bestechung – aber wir bedanken uns mit einem floralen Gruß für Ihre Unterschrift (solange der Vorrat reicht). Und für den nächsten wichtigen Tag am 13. Mai finden Sie bei uns viele Geschenkideen. Bitte vormerken: wir haben in den Pfingstferien vom 22. Mai bis 2. Juni geschlossen.

Heft in der Hand

Erinnern Sie sich an den Herbst 1993? Damals öffnete der Weltladen der damaligen „Dritte-Welt-Aktion St. Verena“ im Untergeschoss des Pfarrheims erstmals seine Tore. Vielleicht haben Sie jetzt mitgerechnet, sonst helfen wir Ihnen gerne auf die Sprünge: unser Weltladen wird in diesem Jahr 25 Jahre alt! Wir planen für Oktober eine große Jubiläumsveranstaltung, seien Sie gespannt! Normalerweise ist es ja der Jubilar, der beschenkt wird – aber wir drehen das um und beschenken Sie. Als Einstimmung auf unser Jubiläum erhalten alle Haushalte in Dettingen und Wallhausen die Frühjahrsausgabe unseres Kundenmagazins frei Haus, in Dingelsdorf liegt das Magazin an verschiedenen Stellen aus. Wir möchten Ihnen damit den Fairen Handel näher bringen und Ihnen einen Blick hinter die Kulissen unserer Produkte ermöglichen. Kein Magazin im Briefkasten gefunden? Dann kommen Sie vorbei, wir haben im Weltladen noch ein Exemplar für Sie. Mitte/Ende der nächsten Woche rund um Christi Himmelfahrt erwarten wir nochmals eine Lieferung frische Mangos aus Burkina Faso.

Baumeln mit TÜV

Redaktionsschluss für unsere Texte ist jeweils eine Woche vor dem Erscheinen. Und so konnten wir nicht wissen, wie das Wetter jetzt gerade ist – aber beim Schreiben des Textes konnte man herrlich die Frühlingssonne genießen und dabei nicht nur die Seele baumeln lassen, sondern auch die Beine. Und zwar in einem Hängesitz aus El Salvador. Der Handelspartner Exporsal organisiert seit 1974 Produktion und Vertrieb von traditionell salvadorianischem Handwerk. Aktuell betreut die Organisation rund 30 Werkstätten mit etwa 200 Produzenten. Es werden gezielt traditionelle Weber im ländlichen Raum unterstützt und so Landflucht und die Trennung von Familien verhindert. Die Stoffe für die Hängesitze werden auf manuell betriebenen Webstühlen gewebt, so wird eine der ältesten Traditionen der Menschheit lebendig erhalten. Das Weben ist traditionell Aufgabe der Männer, die Frauen übernehmen meist die Näharbeiten. Die Hängemöbel sind übrigens TÜV-geprüft bis 120 Kilo belastbar und auch garantiert fair gehandelt. Es lässt sich wohl kaum entspannter Baumeln als mit gleich zwei Siegeln, oder?

Wild + fair: Unsere Bodensee-Schokolade

In Zusammenarbeit mit dem Regenwaldladen bieten die Weltläden am Bodensee eine gemeinsame Schokolade mit wild gewachsenem Kakao aus dem Regenwald am Amazonas an. Wilder Kakao aus den Regenwäldern am Amazonas ist ein einzigartiges, unverfälschtes Naturprodukt mit einer Aromenvielfalt, wie sie nur die unberührte Natur hervorbringen kann. Die Suche der wilden Kakaobäume im dichten Regenwald ist aufwendig, seine Ernte von den oft zehn Meter hohen Bäumen anstrengend und gefährlich. Das Sammeln sowie die anschließende Fermentation und Trocknung der wilden Bohnen vor Ort sichern den traditionellen Bevölkerungsgruppen ein überdurchschnittliches, faires und verlässliches Einkommen. Das Wildkakao-Projekt mit derzeit etwa 300 Sammlerfamilien ist ein wichtiger Beitrag zu einem dauerhaften Regenwaldschutz. Die Aromen von wild gewachsenem Kakao sind besonders ausgeprägt und kräftig, sie bilden die Grundlage für den ursprünglichen, echten Kakaogeschmack der Bodensee-Schokolade. Die Kakaobäume wachsen in den Überschwemmungswäldern entlang vieler Flüsse. Dank großer, schattenspendender Regenwaldbäume herrscht dort ein ideales Mikroklima für die wilden Kakaobäume. In einer Partnerschaft mit Lubeca, Lübecker Marzipan-Fabrik v. Minden & Bruhns GmbH & CO.KG und der Confiserie Gmeiner ist diese unvergleichliche Schokolade entstanden. Ein unvergessliches, klimafreundliches Genusserlebnis zum Schutz der Regenwälder am Amazonas. Die Feinherbe-Bitter-Schokolade mit 71% Kakao passt auch hervorragend zu einem guten Glas Rotwein. Ziel des Regenwaldladens ist der Schutz der Tropenwälder in enger Zusammenarbeit mit den im und vom Regenwald lebenden Menschen. Denn nur wenn die traditionellen Waldbewohner ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf waldschonend erzeugter Produkte aus dem Regenwald erwirtschaften können, werden sie ihre Lebensgrundlage nicht zerstören, sondern als Teil ihres Kapitals bewahren.   Der faire Handel von Wildkakao ist somit aktiver Regenwald- und Klimaschutz. Der faire Handel garantiert Produzenten ein höheres, verlässliches Einkommen mit gesicherter Eigenversorgung, er fördert ökologische Landwirtschaft und gesunde Arbeitsbedingungen, unterstützt Bildung, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur und Eigenständigkeit und gewährleistet Transparenz und Offenheit über Preisgestaltung, Produktionsbedingungen und Handelswege. Als grenzüberschreitendes Projekt der Weltläden am Bodensee trägt die Schokoladenverpackung die Logos der deutschen und österreichischen Weltläden sowie der schweizerischen claro fair trade. Die Schokolade ist erhältlich in vielen Weltläden am Bodenseeufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz - und natürlich auch in unserem Weltladen. Die Schokolade verbindet somit die einzigartigen Aromen des Amazonas mit traditionsreichem hanseatischem Schokoladenhandwerk, aktivem Regenwaldschutz und Eine-Welt-Engagement im Dreiländer-Eck am Bodensee. Die Bodensee-Schokolade wurde auf der internationalen Bodensee-Weltladen-Konferenz im Oktober 2014 in Bregenz erstmals vorgestellt.

Nachmacher

Bestimmt kennen Sie von Discountern Schokoriegel, die die Produkte namhafter Hersteller nachahmen. So etwas würden wir im Weltladen natürlich nie anbieten, besonders dann nicht, wenn der Name des Riegels an eine Meuterei erinnert – was würde das denn für Assoziationen wecken? Nein, wir haben einfach nur einen neuen Schokoriegel aus zarter Milchschokolade und Kokosraspelfüllung im Sortiment. Die Kokosraspeln werden in Sri Lanka aus Bio-Kokosnüssen hergestellt, sie stammen aus Kurunegala, einer Provinz im Nordwesten des Landes. Hier haben sich Kleinbauern zur Kooperative AIOFA zusammengeschlossen und immer mehr Bauern vom ökologischen Landbau und von den Vorteilen eines Anbaus in Mischkultur überzeugt. Die unterschiedlichen Erntezeiten schaffen größere Sicherheit bei Ernteausfällen und die Möglichkeit, das ganze Jahr Erträge zu erwirtschaften. Andere Hersteller mischen übrigens noch Zusatzstoffe bei, um mehr Volumen zu erzeugen, während unsere Riegel einfach nur fair + bio sind. Einige Kunden haben die neuen Riegel schon für sich entdeckt - Nachmacher gesucht!

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